
sim.de DSL Erfahrungen
Der Entschluss
Ich hatte seit einiger Zeit einen DSL-Anschluss bei der Telekom. Meinen Mobilfunkvertrag habe ich hingegen bei sim.de. Und genau dort habe ich vor Kurzem das Angebot für einen DSL-250-Anschluss für dauerhaft 29,99 € gesehen. Knapp 10 € günstiger als mein DSL-50-Anschluss (!) bei der Telekom. Ich habe mich also kurzerhand entschlossen, meinen DSL-Provider zu wechseln.
Die Beantragung
Bei sim.de kann man den DSL-Anschluss ohne Router buchen. Falls man keinen Router hat, kann man eine FRITZ!Box von sim.de mieten. Das sollte man sich jedoch gut überlegen, da sich dann natürlich der monatliche Preis erhöht. Da ich bereits eine FRITZ!Box 7590 hatte, musste ich bei sim.de keine weitere Hardware hinzubuchen.
Das sim.de-Portal führt klar durch die Beantragung. Genauso einfach ist die Mitnahme der bereits vorhandenen Telefonnummern. Ich hatte bei der Telekom vier Rufnummern, die ich alle kostenfrei zu sim.de mitnehmen konnte. Von sim.de erhält man dann Statusmails zum Stand des Vertragsabschlusses und der Portierung – alle sehr verständlich und übersichtlich.
Die Kommunikation
Was dann natürlich passiert: Man bekommt von der Telekom ein bis zwei Tage lang Rückgewinnungsanrufe. Das war so lästig, dass ich die entsprechenden Telefonnummern auf die Blockierliste setzen musste. Letztendlich meldet die Telekom dann wohl doch an sim.de, dass die Portierung eingeplant ist, und man erhält von sim.de den Tag der DSL-Schaltung sowie die Info, ob man vor Ort sein muss oder nicht. In meinem Fall musste ich nicht vor Ort sein.
sim.de informiert auch darüber, dass sich der Router am Schaltungstag nicht selbst konfiguriert, wenn man ihn nicht von sim.de bezogen hat. Es gibt jedoch eine Anleitung, wie der Router konfiguriert werden kann: Anleitung – Internetzugangsdaten im Router hinterlegen. Alles, was man braucht, sind die Zugangskennung und das Zugangspasswort, die man im sim.de-Kundenportal unter Kundendaten -> Internet-Zugangsdaten findet.
Man bekommt den Hinweis, dass man den Router am Schaltungstag vor 8 Uhr anschließen soll. Das war der einzige verwirrende Punkt für mich, da mein Router ja bereits am Telekom-Anschluss betrieben wurde. Außerdem hatte ich gelesen, dass man die Telefonnummern selbst einrichten muss, was sich allerdings nicht bewahrheitet hat.
Die Inbetriebnahme
Ich habe meine FRITZ!Box also einfach mit den Telekom-Einstellungen weiterlaufen lassen. Wie erwartet hatte ich am Morgen der Schaltung meines neuen DSL-Anschlusses keine Internetverbindung mehr. Ich will euch nun Schritt für Schritt erklären, wie ich vorgegangen bin, um die FRITZ!Box einzurichten. Und das war wesentlich einfacher, als ich dachte.
1. Telefonnummern löschen
Ich habe zunächst die Telefonnummern gelöscht, da ich dachte, dass ich sie selbst mit neuen Zugangsdaten einrichten muss. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das notwendig gewesen wäre:
In der FRITZ!Box unter Telefonie -> Eigene Rufnummern -> Rufnummern hinter jeder Rufnummer auf das Papierkorb-Symbol klicken. Damit sind die Rufnummern gelöscht.
2. Internetzugang einrichten
Genauso vorgehen, wie es in der oben genannten Anleitung beschrieben ist, und zwar im Kapitel „FRITZ!Box einrichten ab Firmware Version 07.50“. Diese Version ist ziemlich alt, es dürfte also kaum noch jemanden geben, der eine ältere Version auf seinem Router hat. Als Benutzername gibt man einfach die Zugangskennung nach dem Muster da1234-123 ein – nicht wie beschrieben internet/da1234-123@de-access.de. Danach noch das Zugangspasswort. Nach der Übernahme der Daten prüft die FRITZ!Box die Verbindung, und das war’s auch schon.
3. Telefonnummern einrichten
Erfreulich ist hier, dass die Telefonnummern automatisch eingerichtet werden. Bei sim.de kann man dazu eine Anleitung herunterladen, die aber wohl nur für andere Router als die FRITZ!Box gedacht ist. Etwas verwirrend also, aber am Ende angenehm einfach.
Ein potenzieller Nachteil
Ich hatte schon vorher gelesen, dass sim.de im Gegensatz zur Telekom keine echten IPv4-Adressen vergibt, sondern mit DS-Lite arbeitet, um den IPv4-Verkehr zu realisieren. Das kann einem egal sein, solange man nicht – wie ich – einen Server zu Hause stehen hat, der Dienste anbietet, die auch von unterwegs per IPv4 erreichbar sein sollen. Mit IPv6 hat man dieses Problem nicht. Aber die Umstellung auf IPv6 ist ja noch längst nicht abgeschlossen.
Wer also in einer solchen Situation ist, dem empfehle ich meinen Artikel IPv4 Access for DS-Lite Connection with socat Relays on a VPS.
Bisherige Erfahrungen
Alles in allem bin ich mit der Verbindungsqualität sehr zufrieden. Das mag auch daran liegen, dass es sich bei dem Anschluss letztendlich um eine 1&1-DSL-Leitung handelt. sim.de ist ja ein Reseller und nutzt auch für die Mobilfunkangebote das 1&1-Netz. Ich erwarte also auch in Zukunft keine Probleme. Fun Fact: Ein 1&1-DSL-250-Anschluss kostet aktuell 42,99 €, also 13 € mehr als bei sim.de.